PRADA MEINHOFF

DRINNEN-Bühne | Samstag 20:00

atemloser Hedonismus

Elektrische Chansons, Punk-Attitüde, NDW-Anleihen, Drama, Schnaps-Schorle, Synapsen in Flammen. 

Dieses Duo aus Berlin löst genau das ein, wofür Pop einfach viel zu selten steht: Ekstase, Phantasie und Abriss.

Christin Nichols singt, ihre Performance ist eine Mischung aus Inszenierung und Intuition. René Riewer spielt dazu elektrischen Bass, während Beats den Raum füllen. Viel Schweiß, viel Euphorie, darum geht es. Gemeinsam liefern Prada Meinhoff ein Pulverfass aus Zeichen. Hier ist einfach so viel drin, diese Band läuft über. Man hat Bock, an Joan Jett zu denken, an Karen O von den Yeah Yeah Yeahs, an DAF, an eine wilde Nacht im Club, an Brecht, Wilhelm Busch und Donkey Kong - oder man kommt einfach zu dem Schluss: die Eurythmics sind wohl komplett verrückt geworden.

Live sind Prada Meinhoff als Support von Peaches, Fisher-Z, Milliarden, MIA. oder DAF in großen Hallen anzutreffen, die sie gleichermaßen zum tanzen bringen wie das Publikum in der Volksbühne. 

Wichtig ist allerdings, dass das Vordergründige niemals Selbstzweck bleibt. Es gibt trotz des unmittelbaren Look and Feel, immer auch eine zweite Ebene. Wer will, ist eingeladen, hier mehr zu finden als atemlosen Hedonismus. Prada Meinhoff muss man erlebt haben. Einzige Ausrede: Man ist bereits tot. Dann ist man entschuldigt. Der Rest ist allerdings eingeladen, mit diesen beiden extraterrestrischen Vögeln die Mittelmäßigkeit abzuschaffen. Come as you are.

(Der Text basiert auf einem längeren Text von Linus Volkmann)